„Heimat findet man nicht an Orten, sondern in den Herzen“

Mit einigen Aphorismen beginnt die Schriftstellerin Edith Linvers am 3.6.16 ihre Autorenlesung in der Aula der Kuhlo-Realschule vor allen Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen.
Die 1940 geborene Schriftstellerin berichtet auch über eigene „Fluchterfahrungen“, was es bedeutet, neu anzufangen. Ihr Weg ging von Ostpreußen über Bremen nach Recklinghausen. Dort arbeitete sie bis 1998 als Verwaltungsangestellte.

 


Aber sie habe immer schon geschrieben, Zettel gesammelt, ihre Gedanken notiert, so erzählt sie ihren aufmerksamen Zuhörern. Und dann die Aphorismen entdeckt, „Gedankensplitter“ nennt sie sie auch. Zu Beginn der Lesung erhalten die Schülerinnen „Denkzettel“, auf denen Aphorismen von Frau Linvers zum Nachdenken anregen sollen.
Einer ihrer Lieblingsaphorismen ist: „Sie durchsuchten mich nach Waffen, die Zunge haben sie übersehen“.
Dies scheint auch das Lebensmotto der jung gebliebenen Autorin zu sein. Reden, die Dinge ansprechen, Kritik äußern, sich nicht mit Ungerechtigkeiten abfinden.
Damit trifft die den Nerv ihres jugendlichen Publikums und plötzlich sind Altersgrenzen unwichtig.
Sie sucht das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern ist offen und ehrlich. Das gefällt.
„Die ist richtig cool“, ist die Resonanz ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer.

Neben ihren Aphorismen stellt Frau Linvers auch die Gedichtform „Haiku“ vor, erläutert das Prinzip und ermuntert die Schülerinnen und Schüler auch einmal selber so zu schreiben.
„Es ist ganz einfach: Die erste Zeile besteht aus 5 Silben, die 2. Zeile aus 7 Silben, die 3. Zeile wieder aus 5 Silben“.

Wildblütenduft
pulsiert in deinen Adern
ich klebe an dir.

Edith Linvers

In Essays und kurzen Erzählungen setzt sich Frau Linvers kritisch mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen auseinander. In der Kuhlo-Realschule liest sie aktuelle Texte zur Flüchtlingssituation in Deutschland.
„Liebe kennt keinen Farbunterschied“, auch ein Aphorismus von Frau Linvers, verdeutlicht ihre Haltung zu diesem Thema.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch Frau Linvers genießt ihren Besuch. Die Klasse 10b hatte zur Vorbereitung der Lesung eine kleine Ausstellung über die Autorin vorbereitet und Frau Linvers ist begeistert. Fleißig fotografiert sie mit ihrem Handy die Plakate und freut sich über die Begegnung mit interessierten jungen Menschen. „In Schulen lese ich am liebsten“ und „hier war es besonders schön“, so ihr Resümee der Veranstaltung am Ende.

 

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